Judo ist eine Zweikampf-Sportart. Ziel ist es, den Gegner durch Anwenden einer Technik mit Kraft und Schnelligkeit kontrolliert auf den Rücken zu werfen. Gelingt dies, so ist der Kampf gewonnen. Dabei ist es meist unerheblich, wie geworfen wurde und welche Technik verwendet wurde, so lange der Werfende den Geworfenen dabei deutlich kontrolliert und keinen Regelverstoß begeht.
Konnte keiner der Kontrahenten den Kampf vorzeitig für sich entscheiden, wird nach dem Ende der Kampfzeit nach Wertungen entschieden. Steht es den Wertungen nach Unentschieden folgt ein Kampf im „Golden Score“ (augenommen Jugendbereich). Der Kampf im „Golden Score“ ist jedoch sofort beendet, sobald einer der Kämpfer eine Wertung erhält oder bestraft wird.
Der Kampf findet jedoch nicht ausschließlich im Stand statt, sondern geht auch am Boden weiter. Hier gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten, einen Sieg zu erringen. Wird der Gegner für 20 Sekunden auf dem Rücken liegend am Boden festgehalten, so ist der Kampf gewonnen. Auch für eventuell kürzere Haltezeiten werden, ähnlich wie bei Wurftechniken, Wertungen vergeben.

Wettkampffläche
Die Kämpffläche beträgt im Jugendbereich mindestens 5 x 5 Meter (Jugend u10 / u13 / u15) und im Erwachsenenbereich mindestens 8 x 8 Meter. Dabei ist eine Sicherheitsfläche von 3 Metern um die Wettkampfmatte einzurichten.

Wettkampfziel
Ziel eines jeden Kampfes ist es die Wertung IPPON zu erreichen. Diese Wertung ist dadurch zu erreichen, dass

  1. der Gegner wird mit Kraft, Schnelligkeit und Kontrolle auf den Rücken geworfen,
  2. der Gegner 20 Sekunden mittels Haltegriff im Boden gehalten wird,
  3. der Gegner duch Hebel- oder Würgetechnik zur Aufgabe gebracht wird,
  4. der Gegner durch Regelverstöße disqualifiziert wird.

Handzeichen des Kampfrichters

Ippon (höchste Wertung)

 

Der Kampfrichter hebt einen Arm mit der Handfläche nach vorn hoch über den Kopf.

Waza-Ari (hohe technische Wertung)

 

Der Kampfrichter hebt einen Arm mit der Handfläche nach unten seitwärts in Schulterhöhe.

Mate (Unterbrechung des Kampfes)

 

Der Kampfrichter hebt eine Hand in Schulterhöhe, wobei der Arm nahezu parallel zur Matte ist, und zeigt dem Zeitnehmer die offene Handfläche mit den Fingern nach oben.

Osae-komi (Haltegriff)

 

Der Kampfrichter zeigt mit seinem Arm nach unten in Richtung der Kämpfer, wobei er sich in deren Richtung beugt und sie ansieht.

Toketa (Haltegriff gelöst)

 

Der Kampfrichter streckt einem Arm nach vorne und bewegt ihn zwei- oder dreimal schnell von rechts nach links hin und her.

Kleider ordnen

 

Um die Kämpfer zum Kleiderordnen aufzufordern, kreuzt der Kampfrichter die linke über die rechte Hand Handflächen nach innen in Gürtelhöhe.

Shido (Bestrafung)

 

Bei Erteilung einer Strafe (Shido, Hansoku-make) zeigt der Kampfrichter mit dem Zeigefinger auf den Kämpfer.

Inaktivität

 

Die Unterarme des Kampfrichters kreisen mit einer Vorwärtsbewegung in Brusthöhe.

Kachi (Sieger erklären)

 

Um den Sieger eines Kampfes zu bezeichnen, hebt der Kampfrichter eine Hand mit der Handfläche nach innen in Richtung des Siegers.